Die 7 - 38 - 55 - Regel nach Albert Mehrabain

Albert Mehrabian machte ein aufsehenerregendes Experiment. Er nahm professionelle Sprecher auf Tonträger auf, die einzelne Worte mit negativem Inhalt in freundlicher und warmer Aussprache formulierten. Dasselbe tat er auch umgekehrt: Worte mit positivem Inhalt wurden von den Sprechern aggressiv und kalt ausgesprochen. Die Versuchspersonen, denen der Tonträger vorgespielt wurde, vermuteten flächendeckend eine positive Beziehung zwischen den Personen, sofern freundlich gesprochen wurde, auch wenn die Worte eine negative Bedeutung hatten.

Genauso wurden aggressiv formulierte Worte mit positivem Inhalt prinzipiell mit einer schlechten Beziehung zwischen dem Sprecher und dem Zuhörer in Verbindung gebracht. Die Versuchspersonen machten ihre Bewertung ausschließlich von dem Tonfall des Sprechers abhängig und ließen dabei den Inhalt der Worte und damit die Sachebene vollkommen außer acht. Die Sachebene ist eine Ebene im 4-Ohren-Modell, auf der Informationen empfangen werden.

Ähnliche Ergebnisse ergab eine Versuchsreihe, in der den Versuchspersonen Bilder von dem Sprecher gezeigt wurden, die eine eindeutige Geste zeigten, wie zum Beispiel eine abwehrende oder abwertende Handbewegung zu einem Wort mit positivem Inhalt oder, im Kontrast dazu, eine einladende, offene Geste zu einem negativen Wort. Auch hier bewerteten die Versuchspersonen ausschließlich die Geste, nicht den Inhalt des Wortes. Der korrekte Einsatz von Gesten ist hier erläütert.

Albert Mehrabian fand durch Versuche heraus, dass nur ein verschwindend geringer Teil der wörtlichen Rede von den tatsächlichen Inhalten der Worte abhängig ist. Viel größeren Wert legen die Zuhörer auf die Körpersprache der Redner. Auf der Grundlage einer langen Versuchsreihe entwickelte Mehrabian eine überraschende Verhältnismäßigkeit:

  • Innerhalb einer Rede werden 55Körpersprache,
  • 38 % Stimmlage und nur
  • 7 % der faktischen Inhalte vom Zuhörer wahrgenommen und ausgewertet.

Diese Erkenntnis wird als 7-38-55-Regel bezeichnet. Das Bild ist von der Seite www.inc.com.

Kritik an der 7 - 38 - 55 - Regel

Kritiker seiner Erkenntnisse bemängeln, dass in den Versuchsreihen keine Unterschiede zwischen der Art der Rede gemacht wurden. So werden die faktischen Inhalte der gesprochenen Worte in einem Vortrag, der sich mit der Technik von Computern beschäftigt, ein wesentlich größeres Gewicht haben als in einem Vortrag, der sich mit Poesie beschäftigt. Je stärker es um Gefühle geht, desto mehr rücken der Tonfall und die Körpersprache in den Vordergrund. Das äußere Extrem stellen dabei zum Beispiel Liebeserklärungen dar, die fast ausschließlich durch den Tonfall bestimmt werden. 

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Die Zuhörer übernehmen die Stimmung des Sprechers

Unumstritten ist, dass die Stimmung des Redners sich schnell auf seine Zuhörer überträgt. Selbst Unsicherheiten oder Fehltritte werden vom Zuhörer schnell übernommen. Wer kennt nicht das berühmte „Fremdschämen“? Wenn der Redner in eine peinliche Lage gerät, fühlen wir uns unangenehm oder schämen uns sogar für ihn. Aber auch bei Kleinigkeiten, wie einer heiseren Stimme des Redners, zeigt sich, dass sich im Publikum deutlich häufiger geräuspert wird. Der Sprecher wird vom Zuhörer imitiert. Das hat besonders positive Effekte, wenn der Sprecher eine sympathische und beruhigende Ausstrahlung hat. Eine rundum angenehme Rede oder ein gelungener Vortrag hinterlässt zufriedene Zuhörer.

Lernen Sie Methoden und Möglichkeiten, Ihr eigenes Auftreten so zu perfektionieren, dass Ihre Gesprächspartner automatisch positiv gestimmt sind. Attila Réti unterrichtet in seinem Menschen lesen Seminar sowie in dem Körpersprache Seminar die Feinheiten der nonverbalen Kommunikation, auf die es in Gesprächen ankommt. Überlassen Sie den Erfolg Ihrer nächsten Präsentation nicht dem Zufall. Schulen Sie Ihre natürliche Stimme und ihre Körpersprache.

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Die Sprachmelodie als nonverbale Kommunikation

Es gibt tatsächlich eine einfache Regel dafür, welche Stimme unser Bewusstsein positiv beeinflusst. Tiefe Stimmen wirken beruhigend, grelle hohe Stimmen hingegen machen uns eher nervös. Entscheidend bei der Wahrnehmung von gesprochenen Worten ist die Sprachmelodie. Jeder Mensch besitzt einen Grundton in der Stimme. Er lässt sich orten, indem man sich entspannt und dabei einen summenden, ruhigen Grundton anstimmt. Wer sich beim Sprechen in der Nähe dieses Grundtons aufhält, hinterlässt einen souveränen und aufrichtigen Eindruck bei seinen Zuhörern. Wer sich zu weit von seinem Grundton entfernt läuft Gefahr, einen schlechten Eindruck hervorzurufen. Viele Männer versuchen, sich nur in ein oder zwei verschiedenen Stimmlagen zu äußern, um ihre Autorität zu unterstreichen. Sie gehen das Risiko ein, buchstäblich als eintönig eingestuft zu werden. Frauen nutzen in der Regel etwa fünf verschiedene Tonlagen, dadurch wirken sie geistig beweglicher und aufgeschlossener.

Carl Rogers unterstreicht in seinen Ausführungen, dass der wichtigste Bestandteil einer gelungenen Kommunikation die Aufrichtigkeit ist. Nur wer er selbst ist, kann auch emotionale Botschaften übermitteln. Nur wenn die nonverbale Kommunikation, die Körpersprache und das gesprochene Wort übereinstimmen, hat die Aussage die gewünschte positive Wirkung auf die Gesprächspartner. Widersprechen sich die ausgesendeten Signale von Körpersprache, Tonlage und inhaltlicher Aussage, löst das beim Zuhörer berechtigte Zweifel an der Glaubwürdigkeit seines Gegenübers aus. 

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Training der Stimme

Wer viel trinkt sorgt dafür, dass die Stimmbänder immer feucht gehalten werden. Das steigert die stimmliche Kraft entscheidend. Darüber hinaus hilft herzhaftes Gähnen, um den Kehlkopf zu entspannen und die Muskulatur der Stimme zu schonen. Das Anstimmen des eigenen Grundtons versetzt die Stimmbänder in angenehme Schwingungen.

Wissenschaftliche Studien belegen, dass die Stimme eines Menschen mit der gleichen Intensität wie sein Gesicht wahrgenommen wird. Es ist kein Zufall, dass Neugeborene am besten durch die wohlbekannte Stimme der Mutter beruhigt werden. Menschliche Nähe wird durch den Einsatz der Stimme hergestellt. In dem Seminar Gesichter-lesen-lernen von Attila Réti werden die Kenntnisse über die Bedeutung der Stimme für die nonverbale Kommunikation in den Mittelpunkt gestellt. Lernen Sie, durch den Einsatz Ihrer Stimme und die Entwicklung Ihrer persönlichen Sprachmelodie andere für sich zu gewinnen und von Ihren Ideen zu überzeugen.  

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